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In den letzten Monaten nahm die Diskussion über die Legalisierung, zumindest von Cannabis, in den USA zu. Als Gründe sind – neben der drogenbedingten hohen Gefängnispopulation im Land selbst – der Krieg in Afghanistan (Opium/Heroin) und der Drogenkrieg in Mexiko an der Südgrenze der Vereinigten Staaten zu nennen. Weiter gibt es neue Entwicklungen in Sachen Nutzung von medizinischem Cannabis.
Das renommierte Time Magazine widmete Anfang April 2009 gleich drei Beiträge dem Thema: Im Beitrag Why Legalizing Marijuana makes Sense erinnert der Autor daran, dass fast 50 Prozent aller Verhaftungen in den USA im Zusammenhang mit Cannabis stehen; mit fünf Prozent Anteil an der Weltbevölkerung, aber 25 Prozent aller Gefängnisinsassen seien die USA der „kriminellste“ Staat der Erde (mehr zum US-Strafsystem bei PEW-Center und Sentencing Project). Rund 100 Millionen Einwohner der USA haben in ihrem Leben schon einmal Cannabis konsumiert, heißt es bei drugscience.org.

Ein weiterer Beitrag  in dem Times Magazine dreht sich um die Aussetzung der Strafverfolgung in Sachen Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke. Ein dritter richtet sein Augenmerk auf die ökonomischen Möglichkeiten durch die Legalisierung von Cannabis im bevölkerungsreichsten Bundestaat Kalifornien. Dort beschert die Droge jährlich schätzungsweise 14 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das Thema behandelt auch der Beitrag „Political winds shift in favor of legalized pot“ in der Tageszeitung San Francisco Chronicle. Wie in Kalifornien wurde auch im US-Bundesstaat Massachusetts im März 2009 ein Gesetzentwurf für die „Legalisierung und Besteuerung der Cannabis-Industrie“ eingebracht.
Ausgerechnet Francis Fukuyama, der das Wort vom „Ende der Geschichte“ prägte, soll unlängst gesagt haben, dass – obwohl es derzeit nicht zur Debatte stünde – „selbstverständlich die streng kontrollierte Legalisierung“ das Drogenproblem lösen könnte. Dies wird in der kanadischen Zeitung Owatta Citizien als Zeichen gewertet, dass selbst bei US-Konservativen – zu denen Fukuyama gezählt wird – der Legalisierungsgedanke nicht mehr grunsätzlich verteufelt wird.
Mitte April erinnerte die Washington Times an die Zeiten der Alkohol-Prohibition, die grandios scheiterte und sang und klanglos eingestellt wurde – die Verfechter des Alkoholverbots, das innerhalb von 13 Jahren sowohl die Mafia als auch Strafverfolgungsbehörden auf ein gänzlich neues Niveau brachte, hätten damals bis zuletzt geleugnet, dass die Prohibiton je zu Ende gehen könne.
Eine Zusammenfassung des Diskurses in den USA gibt das Magazie „In These Times“ unter der Überschrift An end to the war on weed.
(Quelle: TNI news service on drugs and global drugs policies)

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