coca tee
Nach 14 Jahren ist eine nahezu sagenumwobene Koka/Kokain-Studie durchgesickert (Wikileaks). Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICRI (United Nations Interregional Institute of Crime Investigation) hatten sie in Auftrag gegeben. Damals, 1995, waren nur einige Ergebnisse der 75-seitigen Studie (pdf) in einer Presseinformation bekannt geworden; die Veröffentlichtung der Gesamtstudie wurde daraufhin verhindert.

Für die Studie war im Zeitraum von 1992 bis 1994 der Gebrauch von Koka und Kokain in 22 Städten in 19 Ländern untersucht worden. In ihr wird sehr differenziert über den Drogenkonsum  berichtete; eingangs heisst es: „Es ist nicht möglich einen ‚durchschnittlichen Kokain User‘ zu beschreiben. Es wurde eine enorme Bandbreite von Usern gefunden, der Häufigkeit des Gebrauchs, dessen Dauer und Intensität, den Gründen für den Konsum und all den damit einhergehenden Problemen, die erfahren werden.“ Auch wird dem in den Anden typischen Kauen von Koka-Blättern kaum schädliche Folgen zugesprochen.
An verschiedenen Stellen kritisiert die Studie die strikte Drogenprohibition als falschen Ansatz; es wird stark für Schadenminderung (Harm Reduction) geworben. So wundert es nicht, dass die Veröffentlichung der Studie offenbar auf Druck der damaligen US-Regierung verhindert wurde; im Verzeichniss von UNICRI ist sie als „restricted“ gekennzeichnet: „The United States Government had been surprised to note that the package seemed to make a case for the positive uses of cocaine …  it took the view that the study on cocaine, evidence of WHO’s support for harm-reduction programmes and previous WHO association with organizations that supported the legalization of drugs, indicated that its programme on substance abuse was heading in the wrong direction. … The United States Government considered that, if WHO activities relating to drugs failed to reinforce proven drug control approaches, funds for the relevant programmes should be curtailed.“ (aus dem Protokoll der 48. WORLD HEALTH ASSEMBLY 1995)
Laut der UK-Stiftung Transform war die Studie kürzlich dem unabhängigen Thinktank Transnational Institute TNI zugespielt worden. Produkte der  Koka-Pflanze und alle ihrer Derivate waren 1961 (siehe TNI) in der ersten UN-Drogenkonvention für den privaten Gebrauch für illegal erklärt worden.

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