Unlängst wurde der UN-Weltdrogenbericht veröffentlicht – zu seiner Präsentation wurde alles aufgefahren, was das Web 2.0 zu bieten hat.
Einen gute Zusammenfassung des Reports liefert ein Guardian-Artikel von Duncan Campbell.
Wiedermal wird Stagnation als Erfolg verkauft; siehe das Video, welches den UNODC Direktor, den „World Drug Czar“ Antonio Maria Costa zeigt. Er ist ein recht störrischer arroganter Herr; insofern richtig für einen Job, der eine unsinnige Ideologie vertreten muss – Jacob Sollum lässt sich hier über dieses Phänomen aus. (Als schönes Beispiel für Costas Persönlichkeit mag dessen Bericht über einen Besuch in Amsterdam im Jahr 2008 dienen – der verschwand ganz schnell wieder von seiner Website, sickerte aber durch.)

Costa und seinem UNODC blieb dieses Jahr aber nichts anderes übrig, als sich mit dem immer lauter werdendem Ruf nach Regulierung und Legalisierung von illegalisierten Drogen zu beschäftigen. Im Blog Drug-WarRant.com werden die eher denunziatorisch Passagen des Reports diesbezüglich kommentiert.  Die Huffington Post vermeint sogar einen Stimmungsumschwung in dem Report hinsichtlich der Ansätze von Dekriminalisierung zu erkennen.
Bei „Transform“ widmet man sich dem Abschnitt, in dem UNODC zugibt –  mehr oder minder das erstemal – dass die herrschende Drogenprohibiton „unintended consequences“ mit sich brächte.
Aus Brasilien kommt Kritik an falschen Zahlen über HIV-Infizierte, die in dem Report benutzt wurden.
Übrigens: Der neue US-Drogenzar Kerlikowske merkte bei der Präsentation des Reports an, sowohl er als auch US-Präsident Obama würden das Wort „Legalisierung“ nicht in ihrem Wortschatz führen.

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