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50 führende Drogenhändler in Afghanistan stehen auf einer“capture or kill“-Liste des US-Militärs: Sie sollen festgenommen oder ggf. getötet werden. Dieses Vorgehen sei unter den „Rules of Engagment“ legal, heisst es seitens der Streitkräfte. Von der Existenz einer „joint integrated prioritised target list“ hatte The Times unlängst aus einem nicht-veröffentlichten Bericht an den US-Senat erfahren (der findet sich hier als 30-seitiges pdf: Afghanistan’s Narco War: Breaking the Link between Drug Traffickers and Insurgents).
Steve Rolles von der britischen NGO Transform wundert sich über die Berichterstattung zu dieses Geschichte. Die US-Straflosigkeit sei so verinnerlicht worden, dass niemand nach der Rechtmäßigkeit außergerichtlichen Tötens frage –  laut internationalen Gesetzen sei es illegal und wohl auch nach US-Gesetzen, so Rolles in einem ausführlichen Bericht auf stopthedrugwar.org.

Dort kommt auch die Forscherin Vanda Felbab-Brown zu Wort; sie warnt davor, dass die neue US-Stragie kontraproduktiv sein könnte.  Ähnlich – wie beispielsweise in Kolumbien (Medellin-Kartell) – könnte das Ausschalten von Drogenhändlern den Aufständischen in die Hände spielen: Sie könnten sich als Beschützer der Bevölkerung gerieren und, falls vorallem Händer auf der unteren Ebene ausgeschaltet würden, sogar mehr Kontrolle über den Drogenhandel erlangen.
Unklar ist, ob Ahmed Wali Karzai, der Halbbruder des afghanischen Präsidenten, auf besagter Liste steht. Britische Soldaten sollen am 22. Juli mehrere Tonnen Rohopium auf einem seiner Gehöfte gefunden haben, berichtet das Magazin Stern.

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