Heute vor 40 Jahren begann der War on Drugs; US-Präsident Nixon rief ihn am 21. September 1969 aus und startete die „Operation Intercept“ an der Grenze nach Mexiko – daran erinnert der österreichische Standard. The Observer benennt allerdings das Jahr 1971 als „Kriegsbeginn“ in dem Beitrag „It is time to end the war on drugs„.
Ob „Jubiläumsjahr“ oder nicht –  das Prohibitonsregime ist ins Wanken geraten. Der desaströse Drogenkrieg an der mexianischen Grenze zu den USA hat das Fass zum Überlaufen gebracht. So wird im angelsächsichen Medien wird wie nie zuvor der Legalisierung und Regulierung das Wort geredet. Der Bildausschnitt oben stammt von einem Titel des Wochenendmagazin der Financial Times, im dem sich der Beitrag: Why it is time to end the drugs fand.Schön zu lesen ist auch der Guardian-Artikel Why target poppy fields and not breweries über den imaginären Besuch eines Afghanen und die Alkoholindustrie in Großbritannien.

Jenseits des Diskurses stellen die zügigen Änderungen der Drogengesetzgebungen in mehreren lateinamerikanischen Ländern einen tatsächlichen Fortschritt dar, der zahllose Drogennutzer vor der Kriminalisierung bewahrt. Davon solle man sich allerdings nicht täuschen lassen, warnt Henry Mance – denn den Regierungen, vor allem der in Kolumbien, ginge es weniger um eine liberale Drogenpolitik als mehr darum, Kräfte für den Kampf gegen die Kartelle freizusetzen.
Manche vermeinen eine sich ankündingenes Eingeständnis der Niederlage sogar bei der UNO zu erkennen. So versuchte der Chef der UNO-Drogenbehörde UNODC, Antonio Maria Costa,  die Geschichte umzuschreiben. Er behauptete im Observer, das Drogen gar nicht verboten seien – sondern nur kontrolliert. Kritiker des herrschenden Regimes kritisieren allerdings seit langem, dass gerade die Prohibition eine wirksame Kontrolle verhindert (siehe Drug War Rant zu Costa).
Ist es also an der Zeit Hoffnung zu schöpfen, dass eine folgenreiche politsche Irrung überwunden wird? Eher nicht, meint John Gray im Guardian unter der Überschrift: The case for legalising of all drugs in unansewrable:

„Es bleibt die Tatsache, dass ohne den Sinneswandel in den führenden Köpfen der reichen Staaten, vor allem der Vereinigten Staaten, der aussichtslose Kreuzzug weitergehen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische politische Klasse dem Einhalt gebietet, geht gegen Null. Dennoch ist es tröstlich davon zu träumen, dass Präsident Obama mitten in allen Dilemma, in denen er steckt, sich möglicherweise eines Tages fragt, ob Amerika oder die Welt sich weiterhin den absurden War on Drugs leisten kann.“

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