Die Geographie des Drogenmarkts im Görlitzer Park

Warum im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg ein offener Drogenmarkt entstand, hat einiges mit seiner geographischen Lage zu tun. Wenn jetzt der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) meint, er könne einen “solchen Sumpf trockenlegen”, verkennt er völlig die Lage. Und legt beredetes Zeugnis von der Einfältigkeit des Prohibitionsansatzes ab, der seit Jahrzehnten völlig versagt. Henkel und auch nicht wenige Stimmen in diversen Berliner Presseerzeugnissen (inkl. deren Kommentarspaltenbewohner) scheinen zu meinen, die

Terra Ignoranzia

Die Digitale Agenda der Bundesregierung zeugt von einem verlorenen Jahrzehnt Es ist ein ungewöhnlicher Kontinent, der sich vor einem halben Jahrhundert zu bilden begann. Von jedem Ort der Welt ist er gleich schnell zu erreichen; Dinge lassen sich auf ihm ohne Abnutzung vervielfachen; jeder Ort auf ihm ist gleich weit voneinander entfernt. Richtig zugänglich wurde er vor knapp 25 Jahren, als das World Wide Web der technologischen Infrastruktur Internet und

Neue Perspektiven

Es herrscht weiterhin Skepsis – zu Recht. Virtual Reality ist in den letzten 30 Jahren immer wieder hochgejubelt worden. Der letzte Hype war der um Second Life, das für einige Monate als die Zukunft des Internets gehandelt wurde (2006/2007). (Auch damals gab es Journalismusversuche, z.B. von Reuters und Sky News). Doch könnte es diesmal anders sein. Im April diesen Jahres hatte ich bereits einen ersten Beitrag über „Virtual Reality und Journalismus“ geschrieben.

Die substantiellen Probleme von Spiegel Online

Unbestritten ist Spiegel Online eines der führenden Nachrichtenportale im deutschsprachigen Raum. Warum eigentlich und vor allem: Wie lange noch?  Es scheint, als ob sich auf den Lorbeeren des Grimme Online Awards von 2005 ausgeruht wird. Den begründete dessen Jury damals so: “Stets war das Angebot auf der Höhe der Zeit, ohne die Inhalte unter technischen Experimenten zu verdecken.” Ja, technische Experimente kann man SpOn tatsächlich nicht vorwerfen. Aber das ist einer

Datenjournalismus: Methoden, Prozesse und Kompetenzen

Nahezu jede Branche und jedes Thema lässt sich mit Daten beschreiben. Das erfordert seitens der Bearbeiter – meist Redaktionen, aber auch freie Journalisten und Agenturen – Investitionen in Arbeitskraft und Infrastruktur. Die Vorteile, über das eigene Fach – gestützt auf Datenbanken – berichten zu können, sind mannigfaltig. Aber es gibt diverse Fallstricke – ein Überblick über Methoden, Prozesse und Kompetenzen. Weiterlesen auf fachjournalist.de

Fünf Gründe, warum ich von dem Krautreporter-Konzept enttäuscht bin

Präsentation Team & Themen Webtechnologie Bezahlverfahren Informationspolitik [Update, 14.05.2014: Es gibt ein Blog bei Krautreporter, dort werden div. Fragen beantwortet] Gleich heute morgen habe ich das Abo für 60 Euro bei Krautreporter abgeschlossen; ehrlich gesagt auch deswegen mit leichtem Herzen, weil ich es für nicht unwahrscheinlich halte, dass das Crowdfunding scheitert. Ich habe es aber unterstützt, weil ich mir wünschen würde, dass so eine Art Vorhaben gelingt, auch wenn mich das konkrete

Die Presse im Gefahrengebiet

Bei Meldungen der Polizei wird auf journalistische Sorgfalt verzichtet Angesichts des Vorgangs um einen angeblichen Angriff auf die Hamburger Davidwache am Samstag, den 28.12.2013, betrachte ich hier die Rolle der Presse. Denn es geht nicht um eine Petitesse – wird doch zuletzt auch mit diesem “Angriff” die Einrichtung eines „Gefahrengebietes“ in einigen Hamburger Stadtteilen begründet – so schreibt die Hamburger Polizei in einer Pressemitteilung vom 03.01.2014: In den vergangenen Wochen

Uruguay: Die Wende im "Krieg gegen die Drogen"

Ausschnitt aus Infografik von tni.org Es ist eine Zäsur. Der erste Staat der Welt bricht offen mit dem Prohibitionsregime, das die Vereinten Nationen seit 1961 aufrecht erhalten: Ab kommenden Jahr legalisiert und reguliert Uruguay die Cannabisabgabe. Das ist weit mehr, als die Niederlande, die ja faktisch nur unter bestimmten Bedingungen von einer Strafverfolgung absehen – Anbau, Großhandel und Einfuhr von Cannabis aber weiterhin verfolgen Der Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen –