Widerstand gegen Überwachung: Was ist zu tun?

Gestern schrieb ich hier auf netzpolitik.org eine Polemik über den Aufruf „Writers Against Mass Surveillance” und dessen Initiatoren. Tatsächlich kann man darüber streiten, ob ein solcher Tonfall angebracht ist und manche Sprüche hätte ich mir auch verkneifen können. Jedenfalls polarisiert so ein Bashing selbstverständlich: Es zieht in den Kommentaren Trolle in Schwaden an, es ergehen Spaltungsvorwürfe – es erntet aber auch bedenkenswerte Beträge, provoziert eben eine Debatte. Markus Beckedahl hat diesbezüglich dankenswerter

Überwachung: Einfach mal die Luft anhalten

Über das traurige Niveau des “Widerstandes” gegen die Überwachungsprogramme Wir halten jetzt alle so lange die Luft an, bis ihr mit der Überwachung aufhört. Auf diesem Niveau, so scheint es, findet derzeit der “Widerstand” statt: Gegen die von vielen Staatsregierungen mitgetragenen oder zumindest geduldeten Überwachungsprogramme der Tele- und Internetkommunikation. Jüngstes Beispiel: Eine von über 550 Schriftstellerinnen und Schriftstellern unterschriebene Petition – pardon – ein “Aufruf”, der unlängst in diversen Ländern

So kaum machbar: Modellprojekt Coffeeshop am Görli

Der Beschluss der Berliner Bezirksverordnetenversammlung in Friedrichshain-Kreuzberg ist vor allem als Verzweiflungstat zu werten; mehr als ein symbolischen Akt kann er in der herrschenden Drogenpolitik nicht sein. Wenn er zum Erfolg führen sollte, müsste er durch einen Volksbegehren auf Landesebene flankiert werden. Die Einrichtung eines Coffeeshops am Berliner Görlitzer Park steht keinesfalls »bald« bevor noch ist sie beschlossen, wie mancherorts zu lesen war. DerBeschluss des Bezirkparlaments von Ende November 2013 sieht vor, dass

Serie: Von der Interaktivität

Diese Serie handelt von Interaktivität im digitalen Bereich. Es geht darum, dass darunter viel verstanden werden kann und es unterschiedliche Varianten gibt. Wo und wie wird das Prinzip eingesetzt, was und wann kann es etwas bringen? Letztlich geht es um die Frage, wohin die Reise in Sachen Interaktivität führen könnte.
Teil 1: Snowfall & Webdokus (23.08.13)
Teil 2: Newsgames (14.09.13)

Gedankenspiele um einen Cannabis-Supermarkt am Berliner Görlitzer Park

Dieser Tage ist die Lokalpresse in Berlin voll von Texten über die Dealer im Görlitzer Park. Von denen fühlen sich Teile der Anwohner beeinträchtigt. Ich lebe selber an diesem Park in Kreuzberg, den ich oft besuche oder durchquere. Was nicht zu bestreiten ist, dass es eine Zunahme an Leuten gibt, die dort dealen. Ein guten Eindruck der Situation vermittelte jüngst Aleksandar Zivanovic in einer Reportage für die Berliner Zeitung. Für die

Die bequeme Staatsgläubigkeit

Auf süddeutsche.de empört sich Dirk von Gehlen über den Text von Evgeny Morozov „Der Preis der Heuchelei“ in der FAZ. Von Gehlens Vorwurf an Morozov: Er würde ähnlich wie der deutsche Politiker Hans-Peter Uhl (CSU) zu Datensparsamkeit aufrufen und damit die Gültigkeit des Postgeheimnisses (GG Art. 10) unterlaufen. Eine „digitale Bankrotterklärung“, ein „Redeverbot“. Richtig perfide sei aber, dass Morozov den Vergleich zum Klimawandel zöge: „Morozov vergleicht den Datenverbrauch mit dem

Prism und die Folgen: Die Geheimdienste von Lethargistan

Geheimdienste sind ein fundamentales Problem für die Demokratie, doch zu mehr als digitaler Selbstverteidigung wird es nicht reichen. Mit dem Niedergang der Piratenpartei hat progressive Netzpolitik es schwerer als je zuvor. Eine Replik von Lorenz Matzat. Jürgen Geuter schrieb hier bei iRights.info, warum man nicht wie Johnny Häusler bei Spreeblick der Resignation anheim fallen dürfe. Zum Ende erklärte er: „Die Aufgabe ist jetzt, für mehr Freiheit, Offenheit und Teilhabe politische Mehrheiten zu schaffen.“

Wir Naiven und der Big Data Brother

Die Aufdeckung der weitgehenden Überwachung des Internetverkehrs stellt eine Zäsur dar, der wir hilflos gegenüber stehen. Es mag zwar wie eine Niederlage für die Geheimdienste von USA und Großbritannien anmuten, dass Edward Snowden über sie berichtet. Der, gewarnt durch das Schicksal des eingekerkerten Bradley Mannings und vom de facto Hausarrest Julian Assangs, hat keine spontane Entscheidung getroffen. Vielmehr hat er sich seine Schritte wohl überlegt und sich auf ein Exil vorbereitet. Die

Universalwerkzeug Smartphone: Was sind Location-based Services?

Ortsbezogene Online-Dienste ersetzen per Smartphone mehr und mehr klassische Medienformate wie Inseratsblätter, Branchenbücher und Reiseführer. Zudem ermöglicht eine neue Generation solcher Dienste im Nahraum – ganz gleich ob in der Familie, im Verein oder der Kommune – Kommunikation, die in dieser Form zuvor unmöglich war. Bislang fehlen aber noch überzeugende Konzepte für mobile Werbeformen, und nicht zuletzt spielt der Datenschutz eine Rolle. Es wurde zur Zeitung gegriffen: Was passierte im