Die Geographie des Drogenmarkts im Görlitzer Park

Warum im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg ein offener Drogenmarkt entstand, hat einiges mit seiner geographischen Lage zu tun. Wenn jetzt der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) meint, er könne einen “solchen Sumpf trockenlegen”, verkennt er völlig die Lage. Und legt beredetes Zeugnis von der Einfältigkeit des Prohibitionsansatzes ab, der seit Jahrzehnten völlig versagt. Henkel und auch nicht wenige Stimmen in diversen Berliner Presseerzeugnissen (inkl. deren Kommentarspaltenbewohner) scheinen zu meinen, die

Uruguay: Die Wende im "Krieg gegen die Drogen"

Ausschnitt aus Infografik von tni.org Es ist eine Zäsur. Der erste Staat der Welt bricht offen mit dem Prohibitionsregime, das die Vereinten Nationen seit 1961 aufrecht erhalten: Ab kommenden Jahr legalisiert und reguliert Uruguay die Cannabisabgabe. Das ist weit mehr, als die Niederlande, die ja faktisch nur unter bestimmten Bedingungen von einer Strafverfolgung absehen – Anbau, Großhandel und Einfuhr von Cannabis aber weiterhin verfolgen Der Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen –

So kaum machbar: Modellprojekt Coffeeshop am Görli

Der Beschluss der Berliner Bezirksverordnetenversammlung in Friedrichshain-Kreuzberg ist vor allem als Verzweiflungstat zu werten; mehr als ein symbolischen Akt kann er in der herrschenden Drogenpolitik nicht sein. Wenn er zum Erfolg führen sollte, müsste er durch einen Volksbegehren auf Landesebene flankiert werden. Die Einrichtung eines Coffeeshops am Berliner Görlitzer Park steht keinesfalls »bald« bevor noch ist sie beschlossen, wie mancherorts zu lesen war. DerBeschluss des Bezirkparlaments von Ende November 2013 sieht vor, dass

Gedankenspiele um einen Cannabis-Supermarkt am Berliner Görlitzer Park

Dieser Tage ist die Lokalpresse in Berlin voll von Texten über die Dealer im Görlitzer Park. Von denen fühlen sich Teile der Anwohner beeinträchtigt. Ich lebe selber an diesem Park in Kreuzberg, den ich oft besuche oder durchquere. Was nicht zu bestreiten ist, dass es eine Zunahme an Leuten gibt, die dort dealen. Ein guten Eindruck der Situation vermittelte jüngst Aleksandar Zivanovic in einer Reportage für die Berliner Zeitung. Für die

Indien: Gute Arznei oder böse Droge?

In Indien dürfen Bauern in drei Bundesstaaten mit einer Lizenz der Drogenbehörde Schlafmohn anbauen. Aus dem Rohopium wird Morphium und Codein für Schmerzmittel gewonnen. Seit einigen Jahren wird darüber diskutiert, ob das auch in Afghanistan funktionieren könnte. Befürworter dieser Idee sehen in Indien ein nachahmenswertes Vorbild. Ein Teil der Ernte ist dahin. „Kali Massi“, schwarze Flecken, heißt die Krankheit, die im indischen Bundesstaat Rajasthan den Schlafmohn befallen hat. „Es wurde

Schizophrenie um eine Pflanze – Opium und Drogenpolitik in Indien

Das Verbot des Anbaus von Opium bringt indische Bauern in Existenznot. In drei Bundesstaaten jedoch pflanzen zehntausende Landwirte mit Erlaubnis der Regierung und der Vereinten Nationen Mohn für die Pharmaindustrie an. Eine Reise zum indischen Himalaya und den Absurditäten internationaler Drogenpolitik. In der Ferne ragen die Gipfel des Himalaya empor. Auf 2.000 Metern Höhe braust O.P. Sharma mit seinem Suzuki Kleinwagen an Flüssen entlang und Serpentinen hinauf. Hinten im Wagen

Entwicklungspolitisches Magazin: Schwerpunkt Drogen

Das entwicklungspolitische Magazin „welt-sichten“ widmete Ende 2008 eine Ausgabe dem Schwerpunkt „Drogen“ mit dem Untertitel: „Profit, Gewalt und Politik“. Die Artikel sind online abrufbar, siehe unten. welt-sichten stammt dem Kreis der kirchlichen Entwicklungsorganisationen in Deutschland und versteht sich der Ökumene verpflichtet. Es ist der Nachfolger von „Der Überblick“  und „Eins“ (vormals „Zeitschrift Entwicklungspolitik und davor „epd-Entwicklungspolitik“). Von diesen eingestellten Publikationen liegen Online-Archive vor.

Reader zu Harm Reduction in der EU

Aus Portugal kam diesen April eine Veröffentlichung auf Englisch, die dankenswerter Weise online frei verfügbar ist: „Harm reduction: evidence, impacts and challenges„. Schlappe 470 Seiten weißt diese Aufsatzsammlung auf. Sie gibt in 16 Kapiteln einen Überblick über die Entwicklung des Schadensminderungskonzepts in der EU in den vergangenen 20 Jahren. Herausgeber des Werks ist „The European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA)“ in Lissabon – eine Einrichtung der EU. Es