Computerspiele in Indien

Noch dominieren Handy-Games und Flashspiele den indischen Markt – doch ein Wandel zeichnet sich ab Immer mehr Inder können sich Geräte leisten, auf denen Computerspiele laufen. Die indische Gamesbranche dagegen will eigene Spiele entwickeln und nicht mehr nur Dienst­leister für westliche Firmen sein. Die Großraumbüros sind leer. Stromaus­fall. Die rund 100 Angestellten der Spiele­ent­wicklerfirma 7Seas Technologies sitzen im Schatten des Gebäudes. Selbst da herrschen noch weit über 30 Grad mitten

Interview: „In Indien weiß man nie, wann die Blase platzt“

Interview mit Maruti Shanker (Bild), Chef der Spielefirma 7Seas Technologies über die Zukunft von Computerspielen in Indien Ende 2005 gründete der Betriebswirt Ma­ruti Shanker die Firma 7Seas Technologies in Hyderabad. Nach­­dem die meisten Investoren abwinkten, sprang ein Freund in die Bresche und stellte das Gründungskapital zur Verfügung. Nach fünf Jahren hat die Firma rund 100 Ange­stellte, Tendenz steigend. (Siehe auch Artikel über Gaming in Indien hier im Blog). Herr Shanker, wie

Das ganze Leben ist ein Spiel

Es ist ein recht visionärer Vortrag, der auch furchteinflössend ist. Auf einer Gamedesigner-Konferenz vor einigen Monaten trug Jesse Schell, Spielentwickler und Hochschuldozent, vor, was er auf uns zukommend sieht (Video hier, interessant sind vor allem die letzten 10 Minuten (19 Min ff.) – Das Bild stammt aus Schells Präsentation, hier sein Blog). Er erwähnte dort auch ein spielbasiertes Kurssystem an einer Uni mit Erfahrungspunkten statt Noten, mehr dazu unten. Kurz zusammengefasst die

Unternehmensstrategie mit Hilfe der Siedler von Catan

Im sagenumwobenen Silicon Valley an der US-Westküste hat das Brettspiel „Siedler von Catan“ zu neuen Weihen gefunden. In einem Beitrag im Wall Street Journal wird berichtet, dass Geschäftsleute, nicht zuletzt von „Web 2.0“ Firmen, das Brettspiel nutzen würden. Nicht nur als soziales Moment nach einem langem Arbeitstag vor dem Bildschirm, sondern auch deswegen, weil das Spielverhalten „sehr genau unternehmerischen Strategien“ abbilden würde. Es müssten mit Ressourcen gehaushaltet, aber auch gehandelt

play09-Festival: Unentdeckte Insel

Drei Tage dauerte das play09-Festival in Potsdam Anfang Dezember. Zum zweiten Mal ging es in der Brandenburger Hauptstadt um „kreatives Computerspielen“ – eine weite Bandbreite dieser Nische war im „Schaufenster“ der dortigen Fachhochschule zu sehen: Neben zahreichen Spiel-und Arbeitsstationen nebst Installationen gab es die Entwicklung eines Computerspiels in drei Tagen, Tastaturumbau für den freien Guitar Hero Klon „Frets on Fire“, Basteln mit der Wii-Motes, Tänze im Netzwerkshooter „Urban Terror“, Blauhelmrekrutierung

Serious Games: "Unerfüllte Männerträume"

Im Rotterdamer Hafen übt die Feuerwehr ihre Einsätze auch am Computer. Die entsprechende Software erscheint in abgewandelter Form demnächst als Feuerwehr Si­mu­lator auf dem deutschen Markt. Über die immer größer werdende Nische der Se­rious Games, die die Grenze zwischen Aus­bildung und Unterhaltung verwischen. Kurz vor Mittag setzt der Airbus 340 aus Singapur auf dem Münchener Flughafen auf. Die Heckflosse ziert das Logo der „German Airline“. Ein Fluglotse weist dem Piloten

„Ein Psychologie-Crashkurs in Sachen Sucht“

Für das International Games Magazine IGM habe ich Kai Müller von der Mainzer Ambulanz für Spielsucht interviewt. In dem Zusammenhang sei noch die Tagung „Internet und Computerspiele – Wann beginnt die Sucht?“ der Drogenbeauftragten der Bundesregierung erwähnt. Sie findet am 3. Juli 2009 in Berlin statt (Programm als pdf). Der Diplom-Psychologe Kai Müller be­richtet IGM über die Arbeit der Ambulanz für Spielsucht. Diese Einrichtung an der Uni­kli­nik Mainz war die

„Wir verstehen uns als Übersetzer“ – Über das Computerspiele Museum Berlin

Interview mit Andreas Lange, Leiter des Berliner Computerspiele Museums 16.000 Computerspiele sind bislang im Berliner Computerspiele Museum gesammelt worden. IGM fragt nach, wie man die Spiele sinnvoll ausstellt und welche Probleme bei ihrer Aufbewahrung auftreten. IGM: Herr Lange, wie wird man als Religionswissenschaftler Leiter eines Computerspiele Museums? Andreas Lange: Nicht über eine Gamer-Leidenschaft, sondern durch einen wissenschaftlichen Zugang. Ich habe 1993 nach einem Thema für meine Abschlussarbeit gesucht und bin

Verbietet die Schützenvereine

Nach dem Amoklauf in Winnenden wurde erneut die Forderung nach einem „Killerspieleverbot“ laut. Über das Verbot des „Sportschießens“, Biathlon und von „Schützenvereinen“, die de facto für eine paramilitärische Ausbildung stehen, spricht niemand. Der Sprecher des Branchenverband BIU (Bund der Interatkiven Unterhaltungsindustrie), Olaf Wolters, hatte noch wenige Tage zuvor in einem Interview in einem Branchenmagazin gesagt: „Innerhalb von drei Stunden können wir zu praktisch jedem Thema eine abgestimmte Kommunikation auf die