play09 Creative Gaming

Drei Tage dauerte das play09-Festival in Potsdam Anfang Dezember. Zum zweiten Mal ging es in der Brandenburger Hauptstadt um „kreatives Computerspielen“ – eine weite Bandbreite dieser Nische war im „Schaufenster“ der dortigen Fachhochschule zu sehen: Neben zahreichen Spiel-und Arbeitsstationen nebst Installationen gab es die Entwicklung eines Computerspiels in drei Tagen, Tastaturumbau für den freien Guitar Hero Klon „Frets on Fire“, Basteln mit der Wii-Motes, Tänze im Netzwerkshooter „Urban Terror“, Blauhelmrekrutierung für ebensolche Egoshooter, zahlreiche Vorträge usw. – mehr dazu im play09-Blog.

Für mich persönlich, der an der Vorbereitung beteiligt und während der Festivaltage im Werkstattbereich tätig war, verging eine spannende Zeit. Denn letztlich waren in das Event ein relevanter Teil der Personen aus dem deutschsprachigen Raum eingebunden, die sich aus künstlerischer und/oder pädagogischen Sicht mit dem Medium beschäftigen. Für Austausch und Inspiration war also gesorgt.

Auf was für einer unentdeckten Insel man sich mit der Thematik aber nachwievor befindet, zeigte der mäßige Besucherandrang – trotz viel Kontakten mit Schulen, intensiver Pressearbeit und einer daraus resultierenden recht dichten Berichterstattung. Die gut erreichbar gelegenen Räumlichkeit von mehreren hundert Quadratmetern mit mehr als 60 Rechnern, Konsolen, Beamern usw. hätten jedenfalls locker mehr Interessierte verkraftet.

Das A und O, zumindestens in Sachen pädagogischer Nutzung von Bildschirmspielen, ist sicherlich das Erreichen von Lehrpersonal und anderen Multiplikatoren. Und diese Gruppen, das zeigte auch das Festival wieder, sind – von Ausnahmen abgesehen – für extracurriculare Aktivitäten schwer zu begeistern. Vielleicht ist aber auch angeraten, vermehrt Kinder und Jugendliche anzusprechen, die dann ihrerseits die Erwachsenen mit ins Boot holen.

Bleibt die Frage, ob ein Standort wie Potsdam der richtige ist. Die einen sagen, das Festival muss in eine große Stadt umziehen, um mehr Menschen zu erreichen. Die anderen sagen, es sei gerade gut, nicht in eine Metropole zu sein, weil dort ginge man im Großstadtrauschen unter  – vielmehr sei ein langer Atem vonnöten, um sich zu etablieren.

Mein Fazit des Festivals lautet: Es ist immer wieder überraschend, dass die Auseinandersetzung mit einem der bedeutensten Unterhaltungs- und Judienmedien überhaupt, immer noch soviel Pionierarbeit ermöglicht und erfordert. Die  Zusammenarbeit in der Initiative Creative Gaming und im Festivalsteam war bereichernd – und es ist großartig, zumindest temporär, solch einen Raum mit viel Platz und viel Technik zu haben, um eben kreativ mit Computerspielen zu sein.

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